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Was uns wichtig ist

Was uns wichtig ist

Wo Menschen beieinander sind und es verbindlich zugehen soll, braucht es Regeln. Deshalb schreiben sich Vereine und auch Studentenverbindungen Satzungen. Traditionelle Studentenverbindungen wie der Wingolf kennen darüber hinaus noch den Comment, der vor allem das gesellige Miteinander und Leben auf dem Haus (oder in der WG) regelt.

Früher nahmen die Regeln der Studentenverbindungen starken Einfluss auf das Privatleben der Mitglieder. Heute dienen sie uns vor allem dazu, ein freundschaftliches und faires Miteinander zu organisieren.

Satzungen und Comments bauen auf Prinzipien auf, die sich jede Studentenverbindung selbst gibt. Das ist im Wingolf nicht anders. In der Tat unterscheiden sich die Prinzipien der einzelnen Wingolfsverbindungen voneinander. Doch es gibt auch Grundprinzipien, die allen Wingolfsverbindungen gemein sind: Christianum, Academicum und Korporativum.

Über die lange Zeit der Existenz des Wingolf haben sich andere Prinzipien hinzugesellt und sind auch wieder aus der Mode gekommen oder diskreditiert worden. Ein Beispiel dafür ist das Vaterlandsprinzip, das bis heute viele andere Studentenverbindungen kennen. Im Wingolfsbund hat es in Wahlsprüchen einzelner Wingolfsverbindungen bis heute einen kleinen Nachhall.

Die Wingolfiten des Kaiserreichs, der Weimarer Republik und während der Zeit des Nationalsozialismus schätzten das Vaterlandsprinzip. Manche verbanden auch in Zeiten der ersten deutschen Demokratie damit die Treue zum Kaiser, andere waren einem verfälschten Deutschtum erlegen, wieder andere verstanden unter dem Vaterlandsprinzip eine Art aufgeklärten Patriotismus.

Nach dem 2. Weltkrieg weitete der Wingolfsbund sein Verständnis vom Vaterland. Wir wünschen uns, dass unsere Mitglieder ein lebendiges Interesse für die Gesellschaft und das Land in dem sie leben entwickeln.  Dabei muss es sich nicht um Deutschland handeln. Damit ist der Wingolf nach Shoah und 2. Weltkrieg zu einem Universalismus zurückgekehrt, der ihn in seiner Gründungszeit geprägt hat und der zutiefst in seiner christlichen Grundhaltung verwurzelt ist.

“Dem Staat, dem wir zugehörig sind, schulden wir als Christen und Akademiker die Erfüllung seiner Gesetze und darüber hinaus eine verantwortliche Mitarbeit im Sinne des Gemeinwohls. Insbesondere schließt das ein beherztes Engagement für Demokratie und Bürgersinn ein. Wir schulden ihm nicht Treue bis in den Tod und blinden Gehorsam. Man kann nichts verschenken, was man selbst nur geliehen bekommen hat. Unser Vaterhaus steht nicht in einem irdischen Land.”

Trotzdem singen wir auf unseren Kneipen, den traditionellen Feiern der Studenten, auch über die Schönheit der deutschen Landschaft. In manchem Lied finden sich auch Sätze, die nicht alle Mitglieder überhaupt oder aus voller Brust mitsingen. Aber Bürgersinn beinhaltet für uns Wingolfiten auch, dass man den Ort, an den man gestellt ist, annimmt und auf Verbindung, Studienort und Universität auch durchaus stolz ist.

“Von seiner Heimat soll auch der Wingolfit in den höchsten Tönen schwärmen. Meine Heimat kann nicht besser sein als deine. Und der Sinn der Heimat entfaltet sich erst dann, wenn Gemeinschaft gestiftet wird. Heimatverbundenheit soll eine Einladung sein, sich dort mit dem Herzen zu beheimaten, wo ein anderer schon wohnt. Daher kann es keine Konkurrenz zwischen verschiedenen Heimaten geben. Auch weil Christen letztlich wissen dürfen, dass ihre irdische Heimat nur aus Stein gebaut ist.”

Christianum

Beim Verhältnis des Wingolf zum Patria-Prinzip ist es schon aufgefallen. Maßstab unseres Handelns und Denkens ist das Christianum, das heißt der Bezug auf den Glauben an Jesus Christus und die Traditionen des Christentums.

Vor Ort in den einzelnen Wingolfsverbindungen schlägt sich diese Orientierung unterschiedlich nieder. Das Prinzip des Christianums hält uns einerseits zu bestimmten Veranstaltungen wie Gottesdiensten, Gesprächsabenden und Ernsten Feiern an. Es ist aber vor allem Maßstab unseres Miteinanders.

Seit seiner Gründung hat sich der Wingolf nicht als missionarische Bewegung verstanden, sondern wollte vor allem im konkreten Alltagsleben der Bundesbrüder christliche Verbindung sein. Aus christlicher Haltung hat der Wingolf schon immer kritisch auf einige studentische Traditionen geblickt und bis heute ist das Christianum der Maßstab, an dem wir zu richten haben, was wingolfitisch ist, und was nicht.

In vergangenen Zeiten hat sich aus dem Christianum unter dem Einfluss der Erweckungsbewegung in einigen Wingolfsverbindungen eine starke Betonung der Sittlichkeit entwickelt. Theaterbesuch und öffentliche Zärtlichkeitsbekundungen zum anderen Geschlecht, gar eine Mitnahme von Kommilitoninnen auf das Haus waren ausgeschlossen.

Heute unternehmen wir den Versuch, das Christianum im gerechten und freundschaftlichen Umgang miteinander zu verwirklichen. Wingolfiten wollen einander Nächste sein. Die Sorge umeinander umschließt darum natürlich auch Lebenspartner, Freundinnen und Familien.

Academicum

“Studium geht vor!”, diesen Satz wird wohl jeder Wingolfit mal von einem älteren Bundesbruder gehört haben. Das Studium geht vor, auch vor dem Engagement in der Verbindung, vor Feiern und Reisen und allem, was sonst so Spaß macht und womit sich der Wingolfit so seine Zeit vertreibt.

Trotzdem sind die Häuser und WGs des Wingolfs keine reinen Studierstuben oder liegen in der Grabesstille einer Bibliothek da. Wir verstehen Studium nicht allein als Erlernen spezifischer Fachinhalte, sondern als Bildungsprozess der ganzen Person. Dazu gehört auch, sich für andere Fächer und Themen zu interessieren, als für diejenigen, in denen es besonders leicht Creditpoints gibt.

Deshalb organisieren viele Wingolfsverbindungen Lerngruppen, akademische Vorträge und Symposien. Und der Wingolfsbund lädt alle seine studierenden Mitglieder zu den Wingolfsseminaren ein, die der Persönlichkeitsbildung und dem erfolgreichen Studien – und Berufsleben dienen.

Im Wingolfsbund finden sich aktive und ehemalige Studenten aller Fachrichtungen. Wir unterstützen uns gegenseitig. Wir lernen voneinander. Und der Studienerfolg und ein gutes Berufsleben eines einzelnen Mitglieds interessiert auch seine Bundesbrüder.

Korporativum

Was den Wingolf von anderen Clubs oder Vereinen unterscheidet ist seine Verbindlichkeit. Wir sind Studentenverbindungen, oder Korporationen. Mit dem Prinzip Korporativum sind alle Verfahrensweisen und Traditionen gemeint, die uns aus dem traditionellen Studentenverbindungswesen überliefert worden.

Z.B. der Convent, als Ort gemeinsamer Entscheidungen. Die Ämterstruktur, die Pflichten und Rechte fair verteilt. Aber auch der Comment, der u.a. regelt, wie Wingolfiten feiern, trauern, sich in der Öffentlichkeit bewegen etc.

Das Korporativum regelt das “Wie” einer Wingolfsverbindung. Auch für Wingolfsverbindungen gilt: The Medium is the Message. Und so wird man an der Stellung der Verbindung zum Korporativum auch ablesen können, wie die Verbindung gedenkt, das Zusammenleben der Bundesbrüder zu gestalten.

Die großen Drei

Das Academicum erinnert uns daran, dass es sich beim Wingolf um Studentenverbindungen handelt. Das heißt: Um Orte des gemeinsamen Lernens, auch weit über die eigene Studienzeit hinaus. Das Korporativum prägt unseren Alltag als Verbindungsstudenten und das Christianum ist Maßstab und Stütze unserer Verbindungen und Mitglieder zugleich.

Posted by Philipp Greifenstein
Wir starten den Wingolfs-Blog!

Wir starten den Wingolfs-Blog!

In einem vielfältigen Verband wie dem Wingolfsbund gibt es viel miteinander zu besprechen. Wie gestalten wir die Zukunft des Wingolfs? Welche neuen Ideen haben unsere Mitglieder aus aller Welt? Was hat der Wingolf (uns) zu sagen?

Unser Blog soll ein Ort des gemeinsamen Nachdenkens über die Gegenwart und Zukunft des Wingolfs sein. Wir wollen den Blog auch als Möglichkeit nutzen, uns über den Wingolf zu verständigen. Am Blog werden viele verschiedene Bundesbrüder und Philister aus dem Wingolfsbund mitschreiben. So soll der Wingolfsblog die Vielfalt unseres Bundes widerspiegeln.

Den Wingolf gibt es seit 175 Jahren. In dieser Zeit ist viel passiert, was direkten Einfluss auf das Leben der Wingolfsverbindungen hatte. Und über die Jahrzehnte haben sich viele Wingolfiten selbst in die Geschichtsbücher eingeschrieben. Deshalb wollen wir gelegentlich auch die reiche Geschichte des Wingolfs beleuchten.

Neben Beiträgen, die aktive und ehemalige Studenten aus dem Wingolf eigens für diesen Blog schreiben, werden wir auch ausgewählte Artikel aus den Wingolfsblättern, der Zeitschrift des Wingolfsbundes, veröffentlichen. Wir stellen sie damit einer breiteren Öffentlichkeit zu Verfügung und vielleicht auch manchem Bundesbruder neu vor.

Wie für die ganze neue Website gilt auch für den Wingolfs-Blog: Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen, eure kritische Begleitung und vor allem eure Mitarbeit!

Herzlich Willkommen!

Posted by Onlineredaktion